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Apartment No. 8

Daria Khozhai in her paper installation Apartment No. 8 at Kunstenlab
Beendet

Apartment No. 8

Daria Khozhai ist eine ukrainische Künstlerin und Architektin. Durch ihre Arbeit rekonstruiert sie erinnerte oder imaginierte physische Räume, die eine emotionale Last tragen. In 'Apartment No. 8' im Kunstenlab verarbeitet sie ihre persönlichen Erfahrungen der Flucht aus einer gewalttätigen Beziehung. Ihre Installation beleuchtet das verborgene Leiden, das dem Blick normalerweise entzogen bleibt.

Daria Khozhai verbindet in ihrer Arbeit künstlerische, architektonische und psychologische Forschung. Sie interessiert sich für Räume mit einer aufgeladenen emotionalen und/oder historischen Last: Orte, an denen persönliches oder kollektives Trauma in Form von Vertreibung, Gewalt und physischem oder emotionalem Schmerz stattgefunden hat. Sie baut diese Räume aus der Erinnerung nach, sowohl in Modellen im Kleinformat als auch in lebensgroßen Installationen, wodurch das entsteht, was sie „memory-rooms“ nennt. Statt exakter Rekonstruktionen sind ihre Räume von den Spuren des Traumas und dem emotionalen Gewicht geprägt, das den ursprünglichen Räumen innewohnte. Typischerweise verwendet sie nur ein einziges Material, das im Kontext des rekonstruierten Raumes von symbolischer Bedeutung ist. Ihre Modelle und Installationen entstehen oft durch zeitaufwendige, repetitive Handarbeit: ein Schaffensprozess an der Grenze zwischen dem Obsessiven und dem Rituellen.

Ihre Installation im Kunstenlab widmet sich dem Thema häuslicher und partnerschaftlicher Gewalt und nutzt ihre persönlichen Erfahrungen, um einen Dialog zu eröffnen. Nach sieben Jahren floh die Künstlerin 2024 aus einer gewalttätigen Beziehung mit ihrem ehemaligen Verlobten. Im Rahmen einer Therapie begann sie aufzuschreiben, was ihr widerfahren war. Diese mit persönlichem Leiden gefüllten Seiten wurden zum Baumaterial für eine fragmentierte 1:1-Rekonstruktion einer der Wohnungen, die sie mit ihrem Ex-Partner geteilt hatte. Im Kunstenlab baut sie den Raum akribisch detailgetreu nach, wobei alles (vom Sofa über die Wände bis hin zu den Lichtschaltern) aus den beschriebenen Seiten besteht. Für die Ausstellung entwickelte sie zudem eine beunruhigende Klanginstallation, in der Fragmente der Seiten wiederkehren und den Raum wie Geister heimzusuchen scheinen. Zugleich wirft das Licht, das auf die Papierinstallation fällt, große, bedrohliche Schatten auf die umliegenden Wände. Trotz der Leichtigkeit des Materials ist die Schwere der Erfahrungen, die das Werk thematisiert, in jedem Element spürbar.

Khozhai selbst beschreibt die Installation als eine Architektur des Traumas und des Überlebens. Es ist, als hätte der Raum, der während der gesamten Zeit der stumme Zeuge des Traumas war, die Geschichte in sich gespeichert. Auf diese Weise werden die persönlichen Krisen, die für die Außenwelt gewöhnlich unsichtbar bleiben, plötzlich von genau jenen Strukturen offengelegt, die sie vor Blicken verbergen.

Diese Arbeit von Daria Khozhai wird von der Kunsthistorikerin Anja Novak im Rahmen ihres Forschungsprojekts Holding Grief: Engaging Trauma Through Contemporary Art an der University of Amsterdam untersucht. Dr. Novak erforscht die Strategien, die Künstlerinnen und Künstler anwenden, um Themen wie Trauma und Trauer in ihrem Werk zu behandeln, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, wie sie einen Dialog über diese Themen ermöglichen. Im Rahmen der Forschung werden mehrere Kunstschaffende während der Entwicklung eines Projekts begleitet, von denen Daria Khozhai die erste ist. Am 29. August hält Anja Novak im Kunstenlab einen Vortrag über ihre Forschung. Am selben Tag leitet Daria Khozhai einen Workshop, in dem die Teilnehmenden eingeladen sind, ein eigenes maßstabsgetreues Modell eines Raumes zu bauen, in dem ihnen etwas widerfahren ist.

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4. Jul 2026
20. Sep 2026
Dienstag—Sonntag: 13:00—17:00
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Eintritt
Kostenlos
Ort
Projektraum

Künstler

Daria Khozhai