Arjun Das
Arjun Das
Ab dem 18. Januar zeigt Galerie Fons Welters das Werk des indischen Künstlers Arjun Das.
Wie viele aus seinem Dorf zog Arjun Das im Alter von zehn Jahren mit seinen Brüdern nach Kolkata, um in einem Restaurant zu arbeiten. Später schrieb er sich an der Rabindra Bharati University ein, wo er 2015 einen BFA und 2017 einen MFA in Bildhauerei erwarb. Das’ Erfahrungen als Wanderarbeiter haben seine künstlerische Praxis tiefgreifend geprägt. Dieser Hintergrund ermöglicht es ihm, die Lebensrealitäten der Arbeiterklasse durch seine Kunst darzustellen. Er integriert gefundene und recycelte Materialien in sein Schaffen und nutzt seine Schnitztechniken, um wiederverwendetes Holz in detailreiche Reliefarbeiten zu verwandeln.
Maastricht steht tief in der Schuld seiner eigenen Grabungen und jener Menschen, die sie ausgeführt haben. Vor zweitausend Jahren bauten die Römer in Limburg Mergel ab, um Bausteine zu fertigen. Im 13. Jahrhundert wurde der Kalkstein der Region genutzt, um die Stadtmauern und Kirchen zu errichten. In den 1920er Jahren war die am Sint-Pietersberg gelegene ENCI (Eerste Nederlandse Cement Industrie) die größte Zementfabrik Europas. Im Zuge der Abgrabungen traten immer mehr Fossilien zutage, darunter 1764 der erste Mosasaurusschädel. Viele dieser Fossilien befinden sich heute im Natuurhistorisch Museum Maastricht.
Das’ Werk ist stets in den Gemeinschaften der Arbeiterklasse jener Orte verwurzelt, an denen er lebt. Seit seiner Ankunft an der Jan van Eyck Academie sucht er regelmäßig Baustellen in der Stadt auf. Obwohl der Bergbau der ENCI 2018 eingestellt wurde, übergaben mehrere ehemalige Arbeiter Das originale Bausteine der historischen Maastrichter Mauer sowie neuere Steine, die zu deren Restaurierung dienen. Unter dem Titel SOME RUINS ARE EXTANT……. Transient city and rooted one schnitzt er mithilfe von Techniken, die von archäologischen Grabungsmethoden inspiriert sind, neue „Fossilien“ in diese erhaltenen Fragmente, die Werkzeuge der unbesungenen Arbeiter der Stadt darstellen.
Aus Mergel, Altholz und Zeichnungen schafft Das eine Ikonografie der Arbeiterklasse. Diese Darstellungen kontrastiert er mit Abbildungen bürgerlicher Macht und bürgerlichen Komforts und visualisiert so die gespiegelten Welten von Arm und Reich. Die Fossilien im Mergel sind ein Versuch, die Leerstellen im historischen Archiv der Region zu füllen, während seine Holzschnitzereien und Zeichnungen ein Bildvokabular der heutigen Arbeiterklasse etablieren.[1]
Arjun Das (1994) lebt und arbeitet in Kolkata, Indien. Das hatte mehrere Einzelausstellungen, darunter „Land of the Leal“ (2023) bei Dhi Artspace, Hyderabad, IN, und „Traces“ (2019) im Museum Forum Schlossplatz, CH. Zudem nahm er an zahlreichen Gruppenausstellungen teil, darunter „In the Vacuum We Felt Air“ im Kunstfort Vijfhuizen, NL, „An Unlocated Window of Myself“ (2023) in der Dotwalk Gallery, Delhi, IN, „PERSPECTA 17“ (2017) in der Gallery 88, Kolkata, IN, und „Persistence of Memory“ (2019) in der Art Positive Gallery, Neu-Delhi, IN.
[1] Jan van Eyck Academie. Publikation erschienen anlässlich der Open Studios, 20.–23. Juni 2024. Texte von Teilnehmer*innen der Jan van Eyck in Zusammenarbeit mit Amanda Sarroff. Übersetzungen von Thea Wieteler. Redaktion von Solange Roosen und Liva Laure.
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Dhi Artspace
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