De Ontknoping
De Ontknoping
Plötzlich fällt etwas Kleines zu Boden: Was könnte es sein? Die Leinwand, die zuvor verborgen blieb, ist soeben durch das Herabfallen eines Knopfes sichtbar geworden. Judith Spil untersucht, wie Verletzlichkeit sichtbar gemacht werden kann, und bedient sich dabei alltäglicher Gegenstände. Die fallenden Knöpfe lösen sich vom Stoff und bilden auf dem Boden eine sich stetig verändernde Landschaft.
Die Knöpfe sind mit dem Faden verbunden, der langsam aufgezogen wird, und ein Knopf wird fallen. Dies geschieht langsam – ganz so, wie man beim Zeigen von Verletzlichkeit Stück für Stück Teile seiner selbst offenbart. Es ist ein unumkehrbarer Prozess: Sobald man etwas mit einem anderen teilt, gibt es kein Zurück mehr. Es stärkt die Verbindung, fühlt sich zugleich aber auch so an, als fiele etwas weg. Eine schützende Schicht fehlt, etwas wird nun freigelegt. Es ist ein schöner, aber auch schmerzhafter Prozess, bei dem man einen Teil von sich selbst preisgibt, der einen jedoch auch mit anderen Menschen verbinden kann. Man geht ein Risiko ein, denn man weiß nie, wie das Gegenüber auf die eigene Fragilität reagiert.
Wagst du es, dich dem Anderen gegenüber verletzlich zu zeigen? Ist das Teilen dieser Fragilität letztlich kraftvoller als ihr Verbergen?
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