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Incompleteness as Reorientation

Incompleteness as Reorientation
Beendet

Incompleteness as Reorientation

Unter dem diesjährigen Ars Electronica Festivalthema Future Begins, Negotiating Humanity richtet V2_ den Fokus auf Unvollständigkeit als Strategie zur Neuausrichtung unserer zukünftigen Beziehung zur Technologie. In einer Zeit, in der technologische Systeme nahtlose Integration, totale Sichtbarkeit und prädiktive Präzision versprechen, wird Unvollständigkeit oft als Versagen gerahmt, als ein zu behebendes Fehlen oder eine zu beseitigende Ineffizienz. Die Ausstellung von V2_ schlägt eine andere Perspektive vor: Unvollständigkeit nicht als Defizit, sondern als generativer Zustand.

Indem die Ausstellung Unvollständigkeit als Bedingung der Möglichkeit neu rahmt, erkennt sie an, dass technologische Systeme stets partiell und situiert sind, da sie durch spezifische historische und politische Kontexte geprägt werden. Die Arbeiten in der Ausstellung lenken die Aufmerksamkeit auf das, was ungelöst, unberücksichtigt oder der Erfassung entzogen bleibt. Sie setzen sich über ergebnisoffene Prozesse, fragmentarische Formen und ungelöste Narrative mit Unvollständigkeit auseinander. Unvollständigkeit wird so nicht zu einem zu behebbenden Makel, sondern zu einem Zustand, der das Hervortreten anderer Möglichkeiten erlaubt.

In Coding Blackness zeigt Sondi Methoden der digitalen Ausgrabung, die die konstruierte Performativität von Blackness in Gaming-Umgebungen untersuchen. Die Arbeit hinterfragt, wie Identität durch Code, Gameplay-Mechaniken und Spielerinteraktion geformt wird, und legt die zugrundeliegenden Strukturen offen, die Repräsentation erzeugen und reproduzieren.

Ra Asensis [Meta]morphe erforscht Transformationen in postindustriellen Arealen. Ihr Alter Ego asfàltica steigt aus industriellen Ruinen empor und reist durch das Wasser. Wässrig und erdig, luftig und elektrisch, hiperdense líquid-y; ihre Performance und Installation wird elektrische Poesie, Berührung und Klang verbinden. Die Arbeit setzt sich mit physischen, ökologischen und mediatisierten Aspekten der Donau auseinander.

B10d13$3L-LLM ist eine performative Installation von Gökay Atabek (entwickelt in Zusammenarbeit mit Jan Zuiderveld und Ritsert Mans), die die oft verborgenen Kosten künstlicher Intelligenz aufzeigt. Die Arbeit nutzt einen langsamen KI-Agenten („little language model“), der auf einem einzelnen, mit DIY-Biodiesel betriebenen Mikrocomputer läuft, und zeigt auf düster-humorvolle Weise die Materialität, den Energieverbrauch und die infrastrukturellen Grenzen von KI.

Anlässlich des 45-jährigen Bestehens von V2_ nimmt diese Ausstellung „Future Begins, Negotiating Humanity“ als Ausgangspunkt für eine zukunftsorientierte Untersuchung der Bedingungen, unter denen Kunst heute agiert.

Programm
Täglich: 13:00 - 16:00 Uhr
Performance von Gökay Atabeks B10d13$3L-LLM

Freitag, 11. September, 15:00-16:00 Uhr
Test_Lab mit den Künstler*innen, moderiert von Florian Weigl

Samstag, 12. September, 17:00 Uhr
Performance von Ra Asensis [Meta]morphe

FC Linz, Linz, Ars Electronica Festival

Automatisch übersetzt ·

9. Sep 2026
13. Sep 2026
Heute geschlossen
Eintritt
Kostenlos
Ort
Projektraum

Medium

Klang Digital

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