Blood, Guts, and Anarchy. The Work of Kathy Acker
Blood, Guts, and Anarchy. The Work of Kathy Acker
Das Werk der amerikanischen Avantgarde-Schriftstellerin Kathy Acker war radikal, experimentell und progressiv. Diese einjährige Ausstellung zeigt, wie Acker eine neue, feministische Literatursprache schuf. Mit der Thematisierung von Geschlecht und Identität war sie ihrer Zeit voraus, stellte sich gegen Patriarchat und Kapitalismus und setzte sich mit philosophischen Fragen nach Sinn und unstillbarem Begehren auseinander. Zugleich ist ihr rohes, von Sex und Gewalt durchzogenes Werk unverkennbar das Produkt einer anderen Epoche. Wie hallt Ackers Feminismus im Jahr 2026 nach?
Als kritische Denkerin des Post-Punk wurde Acker gefeiert, geschmäht und aufgrund der expliziten Sexualität in ihren Texten oft missverstanden. In den Niederlanden trat sie bei Literaturfestivals wie One World Poetry und Crossing Border auf. In Kanada, Neuseeland und Westdeutschland wurde ihr Werk zensiert. Acker interessierte sich nicht für die „literarischen Sätze“ gefeierter amerikanischer Autoren. Stattdessen entschied sie sich dafür, den männlich dominierten Literaturkanon zu plündern und zu dekonstruieren. Plagiat und Transgression waren dabei ihre wichtigsten Werkzeuge. Indem sie aus der körperlichen Erfahrung heraus schrieb, untergrub sie die Vorstellung des Autors als inspiriertes Genie. Geschlecht ist in ihrem Werk fluide; Identität uneindeutig.
Blood, Guts, and Anarchy: The Work of Kathy Acker ist ein unvollständiger Überblick über Ackers Schaffen, präsentiert in den „Eckbüros“ der ehemaligen amerikanischen Botschaft. Die Ausstellung beleuchtet ihre Wurzeln im rauen New Yorker Underground der 1970er-Jahre sowie in der avantgardistischen Performancekunst und untersucht den Körper als Leitmotiv ihres Werks, ihre Verwendung von Cut-up-Techniken und ihre politischen Ideen. Es ist die erste Präsentation von Kathy Ackers Werk in den Niederlanden.
Kathy Acker (1947–1997) war eine US-amerikanische Avantgarde-Schriftstellerin und kritische Denkerin. Sie lebte abwechselnd in New York, London und San Francisco und verfasste dreizehn Romane, zahlreiche Essays und Gedichte, zwei Theaterstücke und ein Drehbuch. Erste Anerkennung erlangte sie mit „The Childlike Life of the Black Tarantula by the Black Tarantula“ (1973), einem sechsteiligen Werk, das sie als Mail Art versandte. In den 1980er-Jahren machte die Veröffentlichung von „Blood and Guts in High School“ (1984) sie zu einer Berühmtheit des Post-Punk. Sie bezog sich auf postmoderne Denker und vertiefte ihr Interesse an der Dekonstruktion in „In Memoriam to Identity“ (1990). Ihr letzter Roman war „Pussy, King of the Pirates“ (1996).
Die Ausstellung wird von der Historikerin, Autorin, Künstlerin und Kuratorin Leonor Jonker kuratiert. In ihrer Arbeit erforscht sie kulturelles Gedächtnis, Gegenkultur und materielle Geschichte.
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