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Textura (Spui 130)

Textura (Spui 130)
Beendet

Textura (Spui 130)

Textura (Spui 130)

Lila de Coninck, Ael Diet, Fabianna Florez Sanchez, Hara Ghan, Lawrence McGuire, Omid Nemalhabib, Soyun Park, Anna Schmitz & Wiebke Stadtlander

Ausstellung

29.08.2026 — 25.10.2026
Ort

West Den Haag at Spui 130, Den Haag

Textura ist ein internationales, transdisziplinäres Projekt von West Den Haag, das sich der Kunst aus einer philosophischen und theoretischen Perspektive nähert. Philosophie dient dabei nicht der Erklärung von Kunst, sondern als Methode, um bestehende Begriffe zu hinterfragen, Grenzen zu verschieben und neue Einsichten zu eröffnen. Ausgangspunkt für Textura 2026 ist das Konzept des ‚Worlding‘, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Werk der Philosophin Gayatri Chakravorty Spivak.

Aus dieser Perspektive bringt Textura Künstlerinnen, Autorinnen, Denkerinnen und andere Akteurinnen aus unterschiedlichen Disziplinen und Kontexten zusammen. Das Projekt gründet auf dem Gedanken, dass Differenz und Widerspruch der Kunst nicht entgegenstehen, sondern vielmehr an ihrem eigentlichen Ursprung liegen. Wo Perspektiven auseinanderdriften, entsteht Raum für Kunst – ein Raum, in dem Bedeutungen sich verschieben und bestehende Formen aufgebrochen werden können.

Der Titel Textura bezieht sich auf das lateinische Wort für Gewebe oder Gefüge, das den kuratorischen Ansatz des Projekts grundlegend bestimmt. Jeder Beitrag wird bewusst als autonome Praxis präsentiert, während die Begegnungen, Resonanzen und Spannungen zwischen den verschiedenen Arbeiten und Disziplinen den Zusammenhalt des Projekts stiften. Manche Verbindungen erschließen sich unmittelbar, andere entstehen erst in der nachklingenden Erfahrung des Publikums. Textura führt verschiedene Momente innerhalb des Programms von West zusammen. Einige Teilnehmende haben bereits zuvor bei West ausgestellt und kehren in einer neuen Konstellation zurück. Andere werden durch das Projekt erstmals vorgestellt und künftig eingehender beleuchtet. Zudem werden neue Künstlerinnen das Programm erweitern. Auf diese Weise verbindet Textura nicht nur unterschiedliche Praktiken, sondern auch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die verschiedenen Hintergründe und Arbeitsweisen der Künstlerinnen werden nicht unter einer einheitlichen Definition von Kunst subsumiert. Vielmehr bildet gerade die Koexistenz unterschiedlicher künstlerischer, literarischer und intellektueller Positionen den Ausgangspunkt von Textura.

Das Projekt ist Teil unseres vierjährigen Forschungsprogramms ‚Worlding Art‘. In diesem Rahmen untersucht West Kunst als soziales und menschliches Phänomen, das nicht allein von Künstlerinnen oder Institutionen bestimmt wird. Auch Besucherinnen, Gemeinschaften, historische Kontexte und weiter gefasste kulturelle Verständnisse tragen dazu bei, was als Kunst verstanden wird, welche Bedeutungen sie trägt und auf welche Weise der Begriff der Kunst definiert und begrenzt wird. Das Konzept des ‚Worlding‘ eröffnet eine Lesart der Welt, die diese nicht als etwas Statisches versteht, sondern als ein Gefüge, das durch Beziehungen, Perspektiven und Prozesse der Bedeutungsbildung fortwährend neu geformt wird. Aus dieser Perspektive fragt Textura nicht nur danach, was Kunst ist, sondern vor allem, wie neue Kunstwelten entstehen.

Diese Offenheit prägt auch die Form des Projekts. Parallele Präsentationen bilden den Ausgangspunkt, während sich Textura durch Publikationen, Gespräche, Symposien, Performances und weitere öffentliche Programme stetig weiterentwickeln wird. Es handelt sich um ein Gefüge, das wachsen, sich verlagern und neue Verbindungen knüpfen soll. Textura entfaltet sich an verschiedenen Orten in Den Haag. Das Projekt findet sowohl in den derzeitigen Räumlichkeiten von West in der ehemaligen US-Botschaft am Lange Voorhout statt als auch am Spui 130, dem künftigen ständigen Sitz von West Den Haag. Am Spui 130 bespielt West bis zur Renovierung des Gebäudes ein temporäres Programm unter dem Titel ‚Testforum‘. Durch die Verbindung beider Standorte wird auch der Übergang vom gegenwärtigen zum zukünftigen West Teil von Textura.

Textura begreift Kunst somit als vielstimmige Praxis, in der Differenz, Widerspruch und Erneuerung keine bloßen Begleiterscheinungen sind, sondern Bedingungen für die Existenz von Kunst selbst. Wo Bedeutung erstarrt und die Möglichkeit vielfältiger Perspektiven schwindet, hört Kunst auf zu existieren.

Beteiligte Künstler*innen

Mina Calori ist Modedesignerin. Für ihre Kollektion ‚The Soaring of the Simorgh‘ kombiniert sie weiche Wolle mit präzisen Laserschnitten und markanten Schuhen mit schnabelförmigen Spitzen, womit sie den Prozess des ‚Häutens‘ als Symbol für Wachstum und Transformation darstellt. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit universellen Themen wie Migration und Identitätskonstruktion auseinander.

Lila Maria de Coninck inszeniert in ihrer Arbeit mehrsprachige Verwirrung, indem sie mit Klang, Rhythmus und (Miss-)Kommunikation spielt. Durch poetische Konstruktionen sprachlichen Scheiterns reflektiert sie über zugrunde liegende Bedeutungen und (verloren gegangene) Nuancen. Dabei unternimmt sie den Versuch, Sprache und die Wirklichkeit, auf die sie verweist, zu dekonstruieren. Ihre Performance ‚Learning Langue with Love‘ ist eine Neuinterpretation eines Sprachkurses, inspiriert von einer pseudowissenschaftlichen Lernmethode namens ‚Suggestopädie‘.

Ael Died verlangsamt das Navigieren im Internet, indem er Suchmaschinen, Server, Archive, Spiele, Websites und Instrumente baut. In seiner Arbeit begreift er das Internet als unvollendet – als einen Ort, der sich kontinuierlich neu anordnen und reparieren lässt…

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29. Aug 2026
25. Okt 2026
Mittwoch: 12:00—18:00
Donnerstag: 12:00—22:00
Freitag—Sonntag: 12:00—18:00
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Ort
Galerie

Medium

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